Kampf gegen die Zentralperspektive
Audiovisuelle & Performative Installation (2017)

Wenn jeder von uns bei Google andere Ergebnisse erhält, ist dieser personalisierte Zugang zur Information dann noch ein Zugang zu einer „echten“ Öffentlichkeit? Sind wir gefangen in einem Spiegelkabinett, das uns immer wieder auf uns selbst zurückwirft?

Die Arbeit Kampf gegen die Zentralperspektive ist eine installativ inszenierte Komposition aus chorischer Sprache und Gesang, die Probleme der Struktur von Wissens- und Informationsgewinnung im Internet behandelt. Durch die Arbeit mit Schauspielern und Sängern werden Äußerungen, die im Internet kursieren reenacted und mit Texten der Künstlerin collagiert.
Auf diese mehrkanalige Weise hinterfragt die Arbeit die Angst vor einem Weltbild, das stark von linearen Feed-Strukturen und Suchergebnissen beeinflusst ist und in dem Algorithmen wirken. Statt unterscheidbarem Wahr und Falsch finden im Internet  eine Pluralität der Wahrheiten und Nichtwahrheiten gleichberechtigt gemeinsam ihren Platz. Die Angst vor der Filterblase und sogenannten „Fakten“ wird subtil thematisiert, gleichzeitig aber auch auf den regen Diskurs, der niemals öffentlicher stattfand als im Internet, hingewiesen.
Ein Ring aus Handys, der als 360°-Video-Helm fungiert soll die Immersion des Rezipienten innerhalb einer „Smartphone-Wirklichkeit“ symbolisieren, die ihn auch ins Blickfeld von anderen Zuschauern rückt. Diese können beobachten, wie er – nun eigentlich ein Performer – in dieser Welt verschwindet.

Die Arbeit ist nach einem gleichnamigen Text von Miriam Dreysse über die Arbeit von Einar Schleef benannt. "Die Unmöglichkeit, das Dargestellte eindeutig zu fixieren, macht die beunruhigende Kraft von Einar Schleefs Theater aus. Er verweigert den einen Protagonisten, den einen Fluchtpunkt, die eine Wahrheit, das ist sein "Kampf gegen die Zentralperspektive", schreibt sie.

Die iPhones sind eine freundliche Spende der Fraport AG, die für die Umsetzung meines Projektes der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main überlassen wurden.

Audiosupport   - Miró RabierDaniel Herzog
Videosupport   - Daniel HerzogKarolina Novoselskaja
Aufbauteam   - Miró Rabier, Zenja Evgeniy Kim, Eva & Thomas Schimmele
Dokumentation   - Zenja Evgeniy Kim
Sprecher/Sänger*innen   - Nikolas Etzel, Caroline Galimow, Tabea Kahlstatt, Clara Laquai, Ralf Legat, Jillian Neuberger, Stella Schimmele
Darsteller*innen (In der 1. Version der Arbeit, Rundgang HfG Offenbach)   -  Nelson Brandt, Jascha Bernhard, Nikolas Etzel. Caroline Galimow, Lucy GeeDaniel Herzog, Johannes Horn, Wacho Japaridz, Aaron Klamp, Simon Klein, Yves Krapolat, Werner Lorke, "Puppi" Moschner-Leonhard, Lisa Peil, Stephanie Nebenführ, Karolina NovoselskajaLisa Nürnberger, Taku Oshima, Hikaru Miyakama, Alla Poppersoni, Miró Rabier, Frank Rother, Moe Salamat, Eva Schimmele, Stella Schimmele, Thomas Schimmele, Maria Thrän, Franz Weid
Vielen Dank an    - Alex Oppermann, Britta Thie, Doreen Keck, Ivan Borodin, Maria Thrän, Sascha Wild, Hochschule für Gestaltung Offenbach, Fraport AG